Sophie Whiting
Ich habe Yoga zum ersten Mal ausprobiert, weil ich extrem starke Rückenschmerzen hatte und verzweifelt alles versuchen wollte, um sie loszuwerden. Über etwa fünfzehn Jahre besuchte ich verschiedene Yogakurse, manchmal bis zu fünfmal pro Woche. In diesen Kursen ging es mir weniger darum, diese oder jene Pose zu erreichen, obwohl ich mein Bestes gab, sondern vielmehr darum, die quälenden Rückenschmerzen loszuwerden. Trotz meines Engagements wusste ich, dass ich nicht weiterkam – auch wenn ich mich nach einem Kurs oft körperlich besser fühlte. Es hielt nie lange an. Ich versuchte, meinen Körper zu etwas zu zwingen, was ich glaubte zu wollen oder was meine Lehrerin für nötig hielt. Das Ergebnis war, dass ich völlig ignorierte, was mein Körper mir sagen wollte – dass es noch mehr schmerzte, statt nachzulassen. Erst als ich 2005 mit Diane Long und Sophy Hoare zu arbeiten begann, verstand ich, dass es bei diesem Scaravelli-Ansatz im Yoga im Kern darum geht, sich selbst Bewegungsfreiheit zu erlauben. Es geht darum, die Voraussetzungen – sowohl physisch als auch mental – für einen frei beweglichen Körper zu schaffen und zu fördern. Es geht darum, Raum für Neues, Unentdecktes, Unbekanntes zu schaffen. Mein Yoga-Ansatz basiert heute auf dem Prinzip, dass Yoga eine Übung im Loslassen von Spannungen und Schmerzen im Körper ist und kein Ausdauertraining, bei dem man versucht, starre Posen einzunehmen. Es bedeutet, freundlich zu seinem Körper zu sein und ihn nicht zu disziplinieren. Es geht darum, zu lernen, mit dem eigenen Körper zu arbeiten, anstatt gegen ihn, und die neu gewonnene Beweglichkeit zu genießen. Eine Möglichkeit, diesen Yoga-Ansatz zu beschreiben, ist, dass es darum geht, Hindernisse für das, was bereits vorhanden ist, zu erkennen und dann zu beseitigen.
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