Roger Mills
Roger Mills arbeitet seit über 20 Jahren als Therapeut. Er besitzt zwei Masterabschlüsse in Beratung und Psychotherapie (vom Regents College und der Westminster Pastoral Foundation) und ist seit 2001 akkreditierter Berater der British Association for Counselling and Psychotherapy. Seine Ausbildung zum Berater begann er mit Mitte dreißig. Bevor er sich der Beratung zuwandte, war Roger in verschiedenen Berufen tätig, unter anderem als Dozent für Kunstgeschichte und als Journalist bei einer Zeitschrift für klassische Musik. Seine Ausbildung umfasste verschiedene Ansätze, darunter Existenzielle Therapie, Psychodynamische Therapie und Kognitive Verhaltenstherapie (KVT). In den letzten zehn Jahren hat er sich vorwiegend auf EMDR konzentriert, da er diese Methode als mit Abstand wirksamste und effektivste empfindet. Obwohl Roger heute ausschließlich in eigener Praxis arbeitet, verfügt er über umfangreiche Erfahrung als Therapeut im staatlichen Gesundheitsdienst (NHS) und in kommunalen Einrichtungen für psychische Gesundheit in London. Er hat außerdem für EAP-Unternehmen (Organisationen, die psychologische Unterstützung für Unternehmen anbieten) gearbeitet und war mehrere Jahre als Therapeut in einer der Priory-Kliniken tätig, wo er sich auf Klienten mit PTBS spezialisierte. Neben seiner therapeutischen Tätigkeit hat Roger auch als Trainer gearbeitet und Kurse für Berater und andere Fachkräfte in Bereichen wie Stressmanagement, Traumaberatung und Krankheitsmanagement entwickelt und geleitet. Über EMDR: Ein Grundgedanke von EMDR ist, dass unsere psychischen Probleme meist durch emotional überwältigende Erlebnisse verursacht werden, die sich in unserem Nervensystem festsetzen. EMDR kann bei Traumata im Erwachsenenalter, wie beispielsweise einem Autounfall, angewendet werden. Es ist aber auch wirksam bei Problemen wie Angstzuständen oder geringem Selbstwertgefühl. Solche Probleme lassen sich in der Regel auf die Kindheit zurückführen. Zum Beispiel, wenn Eltern oder Bezugspersonen körperlich aggressiv waren, wenn man sexuellem Missbrauch ausgesetzt war oder wenn man einen Verlust, einen Trauerfall oder eine Trennung der Familie erlebt hat. Es gibt subtilere „Traumata“, die das Leben ebenfalls tiefgreifend beeinflussen können, beispielsweise die Erfahrung, in der man sich als Kind nicht geliebt oder wertgeschätzt gefühlt hat. Traumatische Kindheitserfahrungen verankern sich in uns, ähnlich wie ein unbemerktes Computerprogramm im Hintergrund. Sie führen oft zu einer verzerrten Wahrnehmung der Dinge im Erwachsenenalter. So kann beispielsweise ein Chef, der nur leichte Kritik übt, als dieselbe Person wahrgenommen werden wie der Vater, dem man nie gut genug war, was enorme Angstzustände auslöst. Oder das Ende einer Beziehung kann unerträglich erscheinen, weil man als Kind eine schmerzhafte Trennung oder einen Verlust erlebt hat. EMDR beginnt mit der Identifizierung der Probleme und ihrer Ursachen und der Entwicklung von Ressourcen, die uns helfen, uns emotional stärker zu fühlen. Anschließend konzentrieren wir uns auf die traumatischen Erfahrungen selbst, indem wir Augenbewegungen einsetzen oder abwechselnd eine Körperhälfte beklopfen, um das Trauma zu verarbeiten. Dieser Prozess mag zunächst ungewöhnlich klingen, doch die meisten Menschen empfinden Augenbewegungen oder Klopfen als hilfreich, da sie die emotionale Belastung des ursprünglichen traumatischen Erlebnisses auflösen. Dadurch fühlt sich das Leben im Hier und Jetzt deutlich positiver an. Ein weiteres wichtiges Element der EMDR-Therapie ist die Verwendung von sogenannten „Ressourcenfiguren“, um frühe, belastende Erfahrungen zu verarbeiten. Beispielsweise könnte man eine Person, die von einem Elternteil kritisch und aggressiv behandelt wurde, bitten, sich die belastenden Szenen neu vorzustellen – mit ihrem erwachsenen Selbst als unterstützender Person. Durch den Einsatz der kreativen Vorstellungskraft können wir die Erinnerung so verändern, dass das dysfunktionale innere Muster nicht mehr aktiv ist.
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